Impuls zu Himmelfahrt 2020 von Pastor Sascha Joseph Barth

 

Gottesdienst als Video bitte hier klicken.

I.

Es gibt mindestens zwei Feste im Laufe des Jahres, an denen manche Menschen bei Kirchens denken, dass Abendland ist dem Untergang geweiht.

Zwei Feste, wo anscheinend der christliche Kern total verloren gegangen ist.

Zwei Feste, an denen augenscheinlich heutzutage etwas ganz anderes gefeiert wird.

Zwei Feste, an denen Pastorinnen und Pastoren und andere Kirchenleute die Nase rümpfen - aber eigentlich enttäuscht sind, dass keiner zu ihnen kommt. Traurig, dass sie vergessen worden sind…

 

Zwei Feste:

Reformationstag – oder heute besser: Halloween.

Vatertag – früher besser bekannt als Christi Himmelfahrt.

 

Ich habe diesen Ärger darüber noch nie verstanden, dass die Leute diese Feste mit anderen Inhalten füllen.

Ich finde am Reformationstag ist es eigentlich genial, die frohe Botschaft mit dem Vertreiben von Geistern zu verbinden: schließlich sollten zu Martin Luthers Zeiten die alten und falschen Geister aus der Kirche vertrieben werden. Der Gedanke hat doch was.

 

Und Himmelfahrt als Vatertag?

Zunächst: warum den Menschen den Spaß verderben, wenn sie – oft ohne wirklich Vater zu sein – mit Freunden den Bollerwagen kapern und einfach mal Spaß haben.

Und natürlich sollen die Väter, die den Bollerwagen nicht mehr so sehr brauchen, einen schönen Tag mit ihren Kindern verbringen dürfen. Gut, dass es diesen kirchlichen Feiertag gibt und das auch noch donnerstags samt einem möglichen langen Wochenende – für Vater und Kinder oder für manche auch zum Ausnüchtern.

 

Aber im Ernst: Jesus feiert an Himmelfahrt doch auch irgendwie Vatertag.

 

II.

Knapp 33 Jahre hat Jesus seinen Vater nicht mehr von Angesicht zu Angesicht gesehen. War zwar immer ganz eng beim Vater, aber nicht so wie – ja wie in der Zeit bevor es überhaupt Zeit gab – und in der Zeit danach.

Und heute feiern wir, dass Jesus zur Rechten des Vaters sitzt. Wobei er da nicht rumsitzt, sondern mit dem Vater und durch den Heiligen Geist diese Welt und letztlich uns am Laufen hält. Deswegen ist er König.

 

Für Jesus ist der Vater unglaublich wichtig. Jesus hat ein positives Bild vom Vater. Wenn er an den Vater denkt, dann nicht an einen, dem seine Kinder egal sind.

 

Jesus redet von einem Vater, der seinen Kindern immer eine neue Chance gibt. Der verlorene Sohn haut ab, gibt sein ganzes Geld aus, kommt dann reumütig zurück.

Da ist aber kein Vater, der seinem Sohn am liebsten eine klatschen und sagen würde: „siehst Du, hatte ich nicht immer Recht?“ Da ist ein Vater, der seinen Sohn einfach nur in den Arm nimmt.

Jesus redet von einem Vater, der seinen Kindern nur Gutes schenken will – keine Schlange anstatt des Fisches, kein Skorpion anstatt des Eies.

 

Jesus redet von einem Vater, der seinen Kindern zuhört. Ein Vater, der sogar im Verborgenen zuhört, und weiß, was wir brauchen.

 

Er redet von einem Vater, der in der Todesangst bei ihm ist.

 

Jesus redet von einem guten Vater. Einer, der wirklich da ist. Er redet aber nicht bloß davon, er kennt ihn – schon vor der Zeit. Für Jesus ist jeder Tag Vatertag und Himmelfahrt ein ganz besonderer Vatertag.

 

Dieser Vater ist unglaublich wichtig. Kein Wunder, dass Jesus das Vaterunser gelehrt hat. Das Gebet, das wir ja letzten Sonntag im Evangelium hören durften. So sollen wir beten – und nicht anders: Vater unser…

 

Was für ein Vater!

 

III.

Und er ist unser Vater. Unser aller, weil er durch seinen Sohn im Heiligen Geist diese Welt geschaffen hat, sie am Leben erhält. Wir alle haben den einen Vater. Einen Vater der Liebe. Wir alle haben heute Vatertag – so oder so.

Er ist ein Vater, in den ich mich jeden Tag aufs Neue verlieben könnte.

 

Und einer, der mir zeigt, was es heißen kann selbst Vater zu sein.

 

Viel zu oft gibt es so ein schlechtes Vaterbild. Manchmal geht das sogar so weit, dass Christen vielleicht nicht von Gott als Vater reden sollten. Ich denke, dass wir es doch tun sollten. Gerade weil dieser Gott kein Macho-Vater ist, sondern einer, der da ist. Er ist eben ganz anders. Und genau deswegen ist dieser Vater eine Orientierung für uns Väter dieser Welt und auch glaube auch für die Mütter und überhaupt für uns Menschen.

 

Und Gott sei Dank hat sich das Vaterbild geändert. Nicht mehr der Ernährer, der dann mit körperlicher Gewalt nach Feierabend durchgriff – wie Mütter übrigens das ja auch taten. Sondern da ist was Neues entstanden.

Da ist ein Vater der Liebe. Und diese Liebe macht sich auch in unserer Welt immer mehr breit. Viele reden von den neuen Vätern.

Väter, die Elternzeit nehmen. Denen die Zeit mit den Kindern unglaublich wichtig ist. Gerade in Corona-Zeiten ist es so intensiv geworden.

Ich habe das selbst erleben dürfen. War fast die ganzen letzten acht Wochen mit meiner kleinen Katharina alleine zusammen.

Ich glaube, dass Jesus so gut und so positiv über Väter redet, muss uns Väter, überhaupt uns Eltern, uns Menschen verändern.

Diese bedingungslose Liebe Gottes inspiriert uns. Inspiriert unsere Liebe zu unseren Kindern, Enkelkinder und eben zu allen Menschen. Schließlich sollen wir alle aufeinander achtgeben – und in den letzten Wochen ist das so oft geschehen – schon ein Wunder, was da passiert ist.

Lassen wir uns von dieser väterlichen Liebe Gottes inspirieren und sie weiterverschenken, denn wir sind ja seine Kinder - und der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

 

Danke Vater für Deine Liebe!

Dir einen schönen Vatertag!

Amen.

 

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